5 Dinge, die ich von Steve Jobs gelernt habe

Steve Jobs ist gestern Nacht gestorben. Die Nachrufe sind mannigfaltig und drehen sich oft um seine Lebensleistung und sein Charisma – berechtigt. Ich mag Macs, iPhone, iPad & Co, bin aber kein fanatischer Apple Fanboy und habe auch keinen Zoo aus Apple-Produkten. Dennoch fasziniert mich die Art, wie Steve Jobs Apple geführt und geprägt hat. Diese fünf Dinge habe ich persönlich für mich abgespeichert:

  • Habe eine Vision.
    Helmut Schmidts Bonmot „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ mag auf den ersten Blick lustig sein, führt aber zu Kurzsichtigkeit bei Entscheidungen. Steve Jobs hatte seine Vision von der Art, wie Computer das Leben der Menschen erleichtern sollen, und er hat konsequent darauf hingearbeitet.
  • Denke ganzheitlich.
    Dass bei Apple Hardware, Software und Service nahtlos zusammen passen, ist eine Binsenweisheit. Mich beeindruckt immens, wie aber auch das Unternehmen intern als Ganzes gesehen wird: So ist der iPad Bildschirm zusammen mit Partnern entwickelt worden, die Apple dabei auch finanziell unterstützt hat. Dafür bekommt Apple die Technologie für einen Zeitraum exklusiv und günstiger, was die Konkurrenz außen vor hält. Bis diese nachziehen kann, hat Apple schon Stückzahlen erreicht, welche durch die Skaleneffekte Apple einen Vorteil bei den Produktionskosten und damit der Marge verschaffen. Genial.
  • Sei detailversesssen.
    Steve Jobs hat sich selbst auch um Kleinigkeiten beim Design der Produkte gekümmert und sie solange verbessern lassen, bis sie aus seiner Sicht wirklich perfekt waren.
  • Denke immer vom Nutzer aus.
    Es geht nicht darum, irgendein Anwendungsszenario für vorhandene Technik zu finden, sondern aus der Sicht des Nutzers Funktionen zu entwerfen, die er genau so braucht. Nur dann setzt sich ein Produkt wirklich durch.
  • Entscheide. Auch wenn du dabei Fehler machen wirst.
    Auf dem Weg zur Umsetzung der Vision sind viele Entscheidungen zu treffen, und nicht bei allen ist es klar, ob sie richtig sein werden. Doch wenn man nichts entscheidet, findet man das nicht heraus. Und kommt nicht voran.

Schon 1997 hat Steve Jobs nach diesen Grundsätzen gehandelt – zu einer Zeit, wo es undenkbar war, dass Apple einmal das wertvollste Unternehmen der Welt werden sollte. Hier seine Reaktion auf eine sehr direkte (und fast schon beleidigende) Frage auf der WWDC 1997:

Zuerst zählt das Unternehmen: Warum Apple das iPhone 4S gebracht hat und nicht eine Nummer 5

Es herrscht ja allgemein etwas Enttäuschung über das Ausbleiben des iPhone 5 gestern. Mashable hat eine aus meiner Sicht stichhaltige Begründung geliefert, warum erst das 4S kommt und später ein 5:

Die Zwei-Jahres-Verträge der 3GS-Inhaber laufen jetzt aus und das 4S ist das passende Telefon für die Anschlussverträge. Damit die nicht zur Konkurrenz wechseln, wird den Apple-Kunden das nächste iPhone präsentiert. Nächstes Jahr passiert dann das gleiche mit dem 4er-Modell. Dann wird das iPhone 5 vorgestellt.

Schlau. Und das zeigt etwas, das manchmal vergessen wird: Apple ist nicht dazu da, seine Fans bei jeder Präsentation in Verzücken zu versetzen (was auch aufgrund der Erwartungshaltung immer schwieriger wird), sondern um Geld zu verdienen. Und mit solchen genau getimten Aktionen machen sie es (andere schaffen das übrigens bei weitem nicht so gut).

Das zeigt einmal mehr, dass Steve Jobs Apple ganzheitlich sieht und sein Management auch. Die Guru-Auftritte auf den Keynotes haben das etwas überdeckt, was Apple sicher nicht unangenehm war. Mit Tim Cook zieht jetzt etwas Nüchternheit ein. Mal sehen, wie das die Sicht der Apple-Fans auf das Unternehmen verändert.

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