Der Netzerklärer. Die Münstersche Zeitung schreibt über meine Arbeit.

Da sage doch einer, die lokalen Zeitungen hätten den Zug der Zeit verpasst. Nach kurzem Twitter-Kontakt zu meiner Social-Media-Monitoring-Pressemitteilung mit @MZ_MUENSTER, dem Twitter-Account der Münsterschen Zeitung, meldete sich ihr Redakteur Ralf Heimann (auf Twitter übrigens unter @ralfheimann zu erreichen) und kam tags darauf bei mir im Büro vorbei. Nach längerem, sehr angeregtem Gespräch erschien dann am folgenden Samstag (27.3.2010) ein Artikel in der MZ, welcher die Inhalte und Zusammenhänge aus der Unterhaltung sehr gut darstellt. Das ist nicht immer selbstverständlich, darum freut mich das umso mehr. Mit freundlicher Genehmigung durch den Autor darf ich den Artikel nun hier wiedergeben:

Der Netzerklärer

Volker Meise berät Firmen, die in sozialen Netzwerken erfolgreich sein wollen

Münster – Der Wille ist da. Oder jedenfalls die Einsicht, dass es notwendig werden wird. Viele Unternehmen sehen in sozialen Netzwerken die Zukunft. Aber was sie tun müssen und was ihnen das nützen soll, wissen sie nicht. Dr. Volker Meise kann beides erklären. Es ist nicht immer leicht.

Die kleine Firma, die Meise im vergangenen Jahr gegründet hat, besteht aus einem Büro an der Fürstenbergstraße, einem Regal voller Bücher und einem Computer mit zwei Bildschirmen.

Der Rest des Firmenkapitals befindet sich in seinem Kopf und im Internet.

Volker Meise lebt zum einen davon, dass Webdesigner ihre Arbeit nicht gründlich machen. Er berät Unternehmen, wenn sie wissen wollen, warum trotz der schicken Website kaum jemand etwas kauft. Der andere Teil seiner Arbeit besteht darin, Unternehmen zu erklären, warum es schlecht ist, soziale Netzwerke zu ignorieren.

“Wenn man nicht darauf hört, was die Netzgemeinde sagt, kann das nach hinten losgehen”, sagt er.

Schwindel

Es gibt inzwischen einige Beispiele. Eines hat das soziale Netzwerk Xing geliefert, mit einer Werbekampagne, bei der es mit erfolgreichen Kunden warb, die eigene Mitarbeiter waren, wie sich später herausstellte.

Volker Meise kann mithilfe einer Software zeigen, welche Ausschläge die geglückte Kampagne verursachte und welche enormen Wellen die Enthüllung des Schwindels schlug.

Mit dem Programm kann er Unternehmen demonstrieren, wie erfolgreich Kampagnen in sozialen Netzwerken verlaufen – und wie grandios sie scheitern können. Wenn Kampagnen in der Vergangenheit von der Netzgemeinde vernichtet wurden, hatte das in den meisten Fällen die gleichen Gründe: Ein Schwindel flog auf oder Fehler wurden vertuscht. Das sind die Todsünden im Internet.

Die wichtigste Regel für Firmen im Netz kommt einem seltsam bekannt vor. Sie lautet: Ehrlich sein, Fehler eingestehen. Was das bedeutet, müssen viele Unternehmen erst lernen. “Früher haben Firmen versucht, einen Deckel draufzuhalten und die schlechten Nachrichten zu unterdrücken. Heute geht das nicht mehr. Die Nachrichten kommen überall wieder heraus”, sagt Volker Meise.

Wer sich der Diskussion nicht stellt, erlebt das, was dem Unternehmen Nestlé passierte, als es einen kritischen Film von Greenpeace aus dem Netz verschwinden lassen wollte. Erst empörte sich die Netzgemeinde, dann auch die übrigen Medien. Insgesamt Millionen.

Authentizität

Was hätte besser laufen können? “Wichtig ist das Wort ‘sozial'”, sagt Meise. Firmen präsentieren sich als Kommunikationspartner. So werden sie auch gesehen. Wenn man fragt, erwartet man eine Antwort, nicht gleich Post vom Anwalt. Es ist nicht anders als im Umgang mit Menschen. “Eigentlich ganz normal”, sagt Volker Meise.

Glaubwürdigkeit und Authentizität sind die großen Worte in sozialen Netzwerken. Firmen, die es schaffen, diesen Werten gerecht zu werden, können sich im Internet ein neues Publikum erschließen. Wenn sie das verstanden haben, hat Volker Meise ein großes Ziel schon erreicht.

Ralf.Heimann@muensterschezeitung.de

Download des Artikels als PDF

Der Netzerklärer