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5 Dinge, die ich von Steve Jobs gelernt habe

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Donnerstag, den 06. Oktober 2011 um 09:02 Uhr
Steve Jobs ist gestern Nacht gestorben. Die Nachrufe sind mannigfaltig und drehen sich oft um seine Lebensleistung und sein Charisma - berechtigt. Ich mag Macs, iPhone, iPad & Co, bin aber kein fanatischer Apple Fanboy und habe auch keinen Zoo aus Apple-Produkten. Dennoch fasziniert mich die Art, wie Steve Jobs Apple geführt und geprägt hat. Diese fünf Dinge habe ich persönlich für mich abgespeichert:

  • Habe eine Vision.
    Helmut Schmidts Bonmot "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen" mag auf den ersten Blick lustig sein, führt aber zu Kurzsichtigkeit bei Entscheidungen. Steve Jobs hatte seine Vision von der Art, wie Computer das Leben der Menschen erleichtern sollen, und er hat konsequent darauf hingearbeitet.
  • Denke ganzheitlich.
    Dass bei Apple Hardware, Software und Service nahtlos zusammen passen, ist eine Binsenweisheit. Mich beeindruckt immens, wie aber auch das Unternehmen intern als Ganzes gesehen wird: So ist der iPad Bildschirm zusammen mit Partnern entwickelt worden, die Apple dabei auch finanziell unterstützt hat. Dafür bekommt Apple die Technologie für einen Zeitraum exklusiv und günstiger, was die Konkurrenz außen vor hält. Bis diese nachziehen kann, hat Apple schon Stückzahlen erreicht, welche durch die Skaleneffekte Apple einen Vorteil bei den Produktionskosten und damit der Marge verschaffen. Genial.
  • Sei detailversesssen.
    Steve Jobs hat sich selbst auch um Kleinigkeiten beim Design der Produkte gekümmert und sie solange verbessern lassen, bis sie aus seiner Sicht wirklich perfekt waren.
  • Denke immer vom Nutzer aus.
    Es geht nicht darum, irgendein Anwendungsszenario für vorhandene Technik zu finden, sondern aus der Sicht des Nutzers Funktionen zu entwerfen, die er genau so braucht. Nur dann setzt sich ein Produkt wirklich durch.
  • Entscheide. Auch wenn du dabei Fehler machen wirst.
    Auf dem Weg zur Umsetzung der Vision sind viele Entscheidungen zu treffen, und nicht bei allen ist es klar, ob sie richtig sein werden. Doch wenn man nichts entscheidet, findet man das nicht heraus. Und kommt nicht voran.

Schon 1997 hat Steve Jobs nach diesen Grundsätzen gehandelt - zu einer Zeit, wo es undenkbar war, dass Apple einmal das wertvollste Unternehmen der Welt werden sollte. Hier seine Reaktion auf eine sehr direkte (und fast schon beleidigende) Frage auf der WWDC 1997:

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. Oktober 2011 um 09:11 Uhr
 

Zuerst zählt das Unternehmen: Warum Apple das iPhone 4S gebracht hat und nicht eine Nummer 5

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Mittwoch, den 05. Oktober 2011 um 08:19 Uhr

Es herrscht ja allgemein etwas Enttäuschung über das Ausbleiben des iPhone 5 gestern. Mashable hat eine aus meiner Sicht stichhaltige Begründung geliefert, warum erst das 4S kommt und später ein 5:

Die Zwei-Jahres-Verträge der 3GS-Inhaber laufen jetzt aus und das 4S ist das passende Telefon für die Anschlussverträge. Damit die nicht zur Konkurrenz wechseln, wird den Apple-Kunden das nächste iPhone präsentiert. Nächstes Jahr passiert dann das gleiche mit dem 4er-Modell. Dann wird das iPhone 5 vorgestellt.

Schlau. Und das zeigt etwas, das manchmal vergessen wird: Apple ist nicht dazu da, seine Fans bei jeder Präsentation in Verzücken zu versetzen (was auch aufgrund der Erwartungshaltung immer schwieriger wird), sondern um Geld zu verdienen. Und mit solchen genau getimten Aktionen machen sie es (andere schaffen das übrigens bei weitem nicht so gut).

Das zeigt einmal mehr, dass Steve Jobs Apple ganzheitlich sieht und sein Management auch. Die Guru-Auftritte auf den Keynotes haben das etwas überdeckt, was Apple sicher nicht unangenehm war. Mit Tim Cook zieht jetzt etwas Nüchternheit ein. Mal sehen, wie das die Sicht der Apple-Fans auf das Unternehmen verändert.

(Diesen Beitrag habe ich auch auf Google+ eingestellt: https://plus.google.com/104135034057747253597/posts/Pwxd6kNZoKP)

 

In den sauren App-fel gebissen: Warum eine separate App-Strategie die Verlage in die Sackgasse führt

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Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 11:10 Uhr

Apple hat diese Tage das neue Abo-Modell für seinen App-Store eingeführt (Pressemitteilung) und einmal mehr klar gemacht, wer auf der Apple-Plattform das Sagen hat: Steve Jobs und niemand anderes. Die Verlage müssen auf alle Abos, welche innerhalb des App-Stores abgeschlossen werden, 30% des Umsatzes an Apple abgeben. Wollen sie Angebote außerhalb des Stores anbieten, so dürfen diese die App-Store Entsprechungen nicht im Preis unterbieten.

Das iPad

Freie unternehmerische Entscheidungen sehen anders aus.

Es mag sein, dass die deutschen Verleger langsam merken, dass die anfangs bejubelte neue digitale Welt des iPads nun doch nicht die Rettung ihres Geschäfts darstellt. Denn im Gegensatz zur auf die Medien angewiesenen Bundesregierung, die sich ein Leistungsschutzrecht in den Koalitionsvertrag schreiben lässt, gehen Herrn Jobs bei der Führung eines der weltweit größten Unternehmen die Wünsche regionaler deutscher Verleger ziemlich weit am Allerwertesten vorbei.

Doch nicht nur die Abhängigkeit von Apple macht die Konzentration auf Zeitungs- oder Zeitschriften-Apps zu keiner guten Idee. Es sind zwei Gründe, warum reine App-Strategien auch ohne Apple-Diktatur langfristig scheitern werden:

1. Die Funktionalität von Apps und Webseiten konvergiert

Manchmal wünsche ich mir, dass Helmut Markworts Spruch "...und immer an die Leser denken" ernster genommen würde. Das iPad hat zwar eine neue Art des digitalen Publizierens und Konsumierens möglich gemacht. Ich habe aber das Gefühl, dass die Verleger ihrer Euphorie übersehen, dass das traditionelle Surfen auf Webseiten mit den Tablets immer noch möglich (und bequemer denn je) ist. Aus Sicht der Leser müssen Apps daher deutlichen Mehrwert im Vergleich zu normalen, frei zugänglichen Webseiten bieten - sonst dürfte kaum jemand bereit sein, für eine App zu zahlen.

Zurzeit überwiegt oft noch die Neugier auf das Neue und das Spiel mit den neuen technischen Möglichkeiten, welche Apps gegenüber Webseiten bieten, um ein App-Abo abzuschließen. Mit der Verbreitung von HTML5 und den damit einhergehenden technischen Möglichkeiten (sehr schön bei www.thewildernessdowndown.com zu sehen) wird dieser Vorsprung aber schnell schmelzen und gut programmierte Webseiten werden Apps in Funktionalität und Lesekomfort kaum nachstehen. Das dürfte den Verkaufszahlen der Apps nicht zuträglich sein.

2. Die Erstellung von Apps wird zu aufwendig

Auf dem jüngst beendeten Mobile World Congress in Barcelona haben alle großen Hersteller neue Tablets vorgestellt, die meisten mit Android 3.0 (Honeycomb) als Betriebssystem. Langfristig werden Tablets mit Android genau wie jetzt bereits Smartphones gemessen in Stückzahlen den Marktführer Apple überholen. Um ausreichend Reichweite zu erzielen, müssen daher Apps für Android angeboten werden, und da gibt es ein Problem: Im Gegensatz zum iPad haben die Android-Tablets sehr unterschiedliche Bildschirmgrößen und damit Auflösungen. Um eine attraktive App zu liefern, muss diese auf die Anzeigengröße optimiert werden - und das ist bei der Vielfalt an Tablets einfach nicht darstellbar oder schlicht zu teuer.

Die Verlage müssten sich also entscheiden, viel Geld in die Programmierung der Apps zu stecken oder einen Teil der Zielgruppe nicht mehr (oder schlechter) zu bedienen. Beides kann nicht im Interesse der Verlage sein.

Was tun? Back to the roots

Was ist also die Lösung für eine erfolgreiche Pubblishing-Strategie, wenn es Apps nicht sind? Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten, welche sogar gleichzeitig umgesetzt werden können:

A. Die bestehenden Webseiten werden zu "Mittlern von Lebensqualität und Nutzwert" erweitert, wie es Walterpeter Twer, Verleger der Rhein-Zeitung, im W&V-Interview so passend formuliert und generieren so Umsatz mit Werbung und Dienstleistungen, welche im Zusammenhang mit dem eigentlichen Publikationsthema stehen (nachträgliche Anmerkung: Ähnlich hatte ich es ein einem der letzten Blogeinträge formuliert).

B. Oder man maximiert das Lese-Erlebnis, in dem man parallel zur normalen Webseite erweiterte Inhalte (andere Texte, hochauflösende Bilder) im Abonnement anbietet und das Ganze ohne Werbung in sehr hochwertiger Form präsentiert. Das Startup Treesaver zeigt, wie so etwas mittels HTML5 und Javascript funktioniert - im Web, für Tablets und sogar Smartphones (Demo hier, dazu ein (langes, aber interessantes) Interview mit einem der Günder auf YouTube).

Beides geht ganz ohne Apps. Für alle Plattformen, ganz ohne Umsatzbeteiligung und saure Äpfel.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 20. September 2011 um 14:44 Uhr
 


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